Bericht der Gruppe KOPS zum Fragebogen zur Wohnsituation von Studierenden

1. These

Die These des vorliegenden Fragebogens lautet:

Studierende, die alleine, mit Kind(ern) ohne Partner(in), in einem Wohnheim oder bei den Eltern bzw. bei einem Elternteil leben, sind unzufriedener als Studierende, die mit Partner(in), mit Partner(in) und Kind(ern) oder in einer Wohngemeinschaft leben.

Die Idee zu unserem Fragebogen kam uns, als wir uns in unserer Gruppe vorstellten und dabei feststellten, dass wir alle in verschiedenen Wohnformen leben. Daraus entstand zunächst der Gedanke, einen Fragebogen zum Thema Wohnsituation von Studierenden zu gestalten. Obwohl die These auf uns selbst nicht grundsätzlich zutrifft, wollten wir herausfinden, ob sie allgemein gültig ist.

2. Methode

In einem ersten Schritt erstellten wir einen Entwurf für unseren Fragebogen, der insgesamt 13 Fragen umfasste. Von diesem Fragebogen verteilten wir 40 Exemplare an willkürlich ausgewählte Studierende in den Mensen Nassestraße, PH, Poppelsdorf und Hauptgebäude. Die Auswertung der 40 Fragebögen zeigte, dass einzelne Fragen zum Teil missverständlich formuliert waren oder die Antwortmöglichkeiten in ihrem Spektrum nicht breit genug gefächert waren; in einem Fall haben wir eine Frage herausgenommen, da die Antworten durch die Studierenden nach eigenem Ermessen vorgenommen wurden und daher statistisch nicht erfassbar waren.

Die Auswertung des vorläufigen Fragebogens führte zu Änderungen in der Formulierung einzelner Fragen bzw. zum Verzicht auf einen Fragenkomplex, bestehend aus zwei Einzelfragen.

Die endgültige Fassung des Fragebogens umfasst 6 Fragen zum Bereich Wohnsituation und 5 zum Bereich Angaben zur Person. Von diesem Fragebogen wurden zweimal 25 und zweimal 26 Exemplare in den ob

3. Ergebnisse

Die Auswertung der 102 Fragebögen zeigt, dass 23% der Befragten bei den Eltern oder einem Elternteil, 29% alleine, 1% mit Kind(ern) ohne Partner(in), 10% mit Partner(in), 2% mit Partner(in) und Kind(ern), 16% in einem Wohnheim und 19% in einer WG wohnen; 1% der Befragten wohnt in einer anderen Wohnform.

Bei der Bewertung der Zufriedenheit mit der eigenen Wohnform lässt sich feststellen, dass 16% weniger zufrieden, 34% recht zufrieden und 32% sehr zufrieden sind; niemand war sehr unzufrieden, 18% gaben ihre Zufriedenheit mit durchschnittlich an.

Auf die Frage, ob sie gerne in einer anderen Wohnform leben wollten, antworteten 46% mit ja und 49% mit nein. Von denen, die mit ja antworteten, möchte niemand bei den Eltern oder einem Elternteil sowie ausschließlich mit Kind(ern) ohne Partner(in) wohnen, 17% alleine, 19% mit Partner(in), jeweils 6% mit Partner(in) und Kind(ern) bzw. in einem Wohnheim, 25% in einer WG und 7% in einer anderen Wohnform.

Der überwiegende Teil der Befragten (77%) wohnt zur Miete.

Gemeinsame Finanzierung von Lebensmittel (32%), Toilettenpapier etc. (37%), Elektrogeräten (20%), Möbel (14%) und sonstigen Dingen (11%) wurde von 42% der Befragten bejaht, ebenfalls 42% verneinten. Der Rest machte keine Angaben.

Von allen Befragten waren 39% männlich und 61% weiblich.

4. Schlussfolgerung

Von allen Befragten, die mit ihrer Wohnsituation weniger zufrieden waren, leben 19% bei ihren Eltern oder einem Elternteil, 38% alleine, 31% in einem Wohnheim und nur jeweils 6% in einer WG oder einer anderen Wohnform. Dies bestätigt nun unsere Ausgangsthese.

Von allen Befragten, die ihre Zufriedenheit mit durchschnittlich angaben, leben 44% bei den Eltern oder einem Elternteil, 33% alleine, 6% mit Partner(in), 11% in einem Wohnheim und 6% in einer WG. Auch das deutet auf die Richtigkeit der These hin.

Von allen Befragten, die mit ihrer Wohnsituation recht zufrieden waren, leben 20% bei den Eltern oder einem Elternteil, 31% alleine, 3% nur mit Kind(ern), 11% mit Partner(in), 3% mit Partner(in) und Kind(ern), 6% in einem Wohnheim und 26% in einer WG. Dadurch wird die These nicht bestätigt.

Von allen Befragten, die mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden waren, leben 15% bei ihren Eltern oder einem Elternteil, 21% alleine, 15% mit Partner(in), 3% mit Partner(in) und Kind(ern), 21% in einem Wohnheim und 24% in einer WG. Auch dieses Ergebnis bestätigt unsere These nicht.

Unsere Ausgangsthese, dass Studierende, die bei den Eltern oder einem Elternteil wohnen, mit ihrer Wohnsituation unzufriedener sind als andere Studierende, konnte durch die Befragung nicht belegt werden. Von den 23 bei ihren Eltern oder einem Elternteil lebenden Befragten war niemand sehr unzufrieden, 13% waren weniger zufrieden und 35% gaben ihre Zufriedenheit mit durchschnittlich an. Dagegen waren 30% recht zufrieden und 22% sehr zufrieden. Dennoch wollen von allen Befragten 87% in einer anderen Wohnform leben, und zwar mehrheitlich alleine (52%) oder in einer WG (57%); die Prozentangaben resultieren aus Mehrfachauswahlmöglichkeiten.

Von den 30 alleine wohnenden Befragten war niemand sehr unzufrieden, 20% waren weniger zufrieden und 20% gaben ihre Zufriedenheit mit durchschnittlich an. 37% waren recht zufrieden und 23% sehr zufrieden. Hier wollten 37% in einer anderen Wohnform leben, und zwar 20% mit Partner(in) und 27% in einer WG. 57%, die nicht die Wohnform wechseln möchten, bestätigen unsere Eingangsthese wiederum nicht.

Von den 16 in einem Wohnheim lebenden Befragten war ebenfalls niemand sehr unzufrieden, 31% waren recht unzufrieden, 13% gaben ihre Zufriedenheit mit durchschnittlich an. 13% waren recht zufrieden und 44% sehr zufrieden. Von den Befragten dieser Gruppe wollten 44% in einer anderen Wohnform leben, und zwar 19% alleine, 25% mit Partner(in) und 25% in einer WG. Dagegen wollten 50% nicht in einer anderen Wohnform leben, was unsere These nicht bestätigt.

Aus der Auswertung der Tabelle ergibt sich, dass der durchschnittliche Wert der gemeinsam Wohnenden (WG, Partner/in, Partner/in mit Kind/ern) auf der Zufriedenheitsskala von -2 bis +2 bei +1,31 liegt; der entsprechende Wert für die alleine Wohnenden liegt bei +0,61. Dieses Ergebnis bestätigt unsere Ausgangsthese. Allerdings ist die Zahl der mit ihrer Wohnsituation recht zufriedenen und sehr zufriedenen Studierenden absolut höher bei den alleine Wohnenden als bei den gemeinsam Wohnenden.

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